
Die Medina von Sfax
Tunisia's most authentic walled medina, far from the crowds.
Die Medina von Sfax blickt auf eine bemerkenswerte Vergangenheit und eine unverwechselbare Architektur zurück. Sie wird derzeit in die prestigeträchtige Liste des UNESCO-Kulturerbes aufgenommen. Damit würde sie sich den drei bereits klassifizierten Medinas anschließen: Tunis, Kairouan und Sousse. Die Medina wurde 849 unter der Aghlabiden-Dynastie (800-909) gegründet. Sie veranschaulicht perfekt die Stadtplanung der muslimischen Städte, die zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert erbaut wurden. Vier große Blöcke teilen sie. Ihr regelmäßiger orthogonaler Grundriss zeichnet sie aus, ebenso wie der Erhalt ihrer gesamten befestigten Umwallung. Diese Umwallung stammt hauptsächlich aus dem 9. Jahrhundert. Ihre Höhe variiert zwischen sieben und elf Metern. Vierunddreißig Türme gliedern sie. Zwei monumentale Eingänge, die auf derselben Achse ausgerichtet sind, gewähren den Zugang.
Die Medina zählt zu den seltenen mittelalterlichen Städten Nordafrikas, die ein weitgehend unverändertes Stadtgefüge bewahrt haben, trotz der zahlreichen Umbauten, die ihre Gebäude im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben. Sie stellt auch das repräsentativste und am besten erhaltene Beispiel ursprünglicher arabisch-islamischer Stadtplanung im gesamten Mittelmeerraum dar. Einige ihrer Monumente sind als nationales Kulturerbe klassifiziert, die ältesten seit 1912. Am 17. Februar 2012 schlug die tunesische Regierung die Medina für eine zukünftige Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste vor. Die Große Moschee, das Juwel der Altstadt, nimmt eine zentrale Position ein. Dieser Ort der Anbetung existiert seit über tausend Jahren. Mit ihren Mauern, Straßen, Oratorien, Wohnhäusern, Hammams und Souks bildet die Medina von Sfax ein Kulturerbe-Ensemble, das Schönheit, Authentizität und Monumentalität vereint.
Das Kolonialviertel Bab-Bhar
Ende des 19. Jahrhunderts, zu Beginn des französischen Protektorats, entstand gegenüber der Ostseite der Mauern ein neues Viertel. Dieses Viertel namens Bab-Bhar erstreckt sich über etwa 35 Hektar. Es ersetzte den rbat el-qobli (wörtlich “südliche Vorstadt”), auch “Frankenviertel” genannt. Seine Morphologie folgt weitgehend dem Medinan-Modell, unterscheidet sich jedoch durch ein luftigeres Straßennetz. Seine Gestaltung spiegelt die Inspiration durch das architektonische Erbe der Medina wider. Sie zeigt auch einen bewussten Wunsch nach Harmonie zwischen den beiden Ensembles: dem historischen und dem kolonialen. Ein interessanter Spiegeleffekt entsteht: Die Vorsprünge der Donjons und Mauertürme reagieren auf die Rücksprünge der gegenüberliegenden Gebäude.
Die Medina von Sfax im Video
Die Medina von Sfax auf der Karte
Map data © OpenStreetMap contributors
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